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Samos zwischen Not und Nächstenliebe

oder warum man gerade jetzt Samos besuchen sollte

Samos Strand
Ein typischer Strand an einer der unzähligen Buchten. Die Strände sind nie überlaufen. Doch so leer waren sie selten.
Samos Obstkorb
Frisches Obst und Gemüse wird für die Bewohner und die Touristen auf der Insel angebaut und geerntet.
Samos Blüte des Kapernstrauchs
Eine vielseitige Vegetation verleiht Samos seine Schönheit.
Samos Tavernenschild
Mit Liebe zum Detail und Herzlichkeit empfangen die Bewohner auf Samos ihre Gäste.
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„Kommt, macht Urlaub hier. Wir möchten euch willkommen heißen und wir freuen uns auf euch.“ Katharina Pirgiotis sitzt auf der Terrasse ihrer Taverne auf der griechischen Insel Samos und spricht aus, was viele der Inselbewohner denken.  Gemeinsam mit ihrem Sohn Georgios betreibt sie die Taverne Vouros und kann nicht verstehen, dass keine Touristen da sind.

Samos, das Eiland der Göttin Hera, die Heimat des Mathematikers Pythagoras, von Künstlern, Architekten und Philosophen, ragt stolz mit zwei Bergmassiven aus dem Ägäischen Meer. Ihre Schönheit verleihen ihr die üppige grüne Natur, die sanften Hügel und Täler, Obstbäume, Olivenhaine, die biologische Landwirtschaft und herrliche Badestrände. Dionysos, der Gott des Weines und der Fruchtbarkeit soll hier, einer Legende nach, persönlich die Grundlagen für den Samoswein geschaffen haben. Ein Inseltraum für Urlauber könnte man denken, aber die Strände, die Bars und Tavernen sind menschenleer, es sind kaum Gäste da. Der Grund hierfür liegt nach Angaben der Inselbewohner in der Flüchtlingsproblematik des vergangenen Jahres. „Die Menschen haben wohl Angst mit dem Thema nicht nur zuhause, sondern auch im Urlaub konfrontiert zu werden.“ erklärt ein Tourist, der seit 16 Jahren regelmäßig auf die Insel kommt. Bereits in der Antike wurde die Insel wegen ihrer Nähe zu „Kleinasien“, der heutigen Türkei als „Brücke zwischen den Kulturen“ bezeichnet, zwischen Orient und Europa. Eine andere Brücke bildete im vergangenen Jahr die knapp zwei Kilometer schmale Meeresenge zwischen Samos und dem türkischen Festland für Flüchtlinge. Sie nutzten den kurzen Weg, um Zuflucht vor Krieg und Verfolgung zu suchen.

Die Bewohner von Samos packten selbstlos an, wo immer Hilfe gefordert war und teilten ihr Hab und Gut mit den Gestrandeten. Die Herausforderung wurde auch mit Unterstützung zahlreicher Hilfsorganisationen und der EU bewältigt. Nach den Regulierungen und den Vereinbarungen mit Nachbarstaaten kehrte wieder Ruhe ein. Flüchtlinge bemerkt man auf der Insel kaum noch. Nach Angaben der Hafenpolizei versuchten nur noch wenig Flüchtlinge die Insel zu erreichen. Doch die Urlaubsgäste bleiben trotz allem aus.

Deutlich weniger Urlaubsgäste frequentieren die Strände, die Tavernen, Restaurants und Strandbars. „Zum Glück habe ich meine Stammgäste“, sagt Maria Moustaka von „Pappa Beach“ auf Samos. „Die kennen die Insel und wissen, wie wundervoll es hier ist. Aber so ruhig war es bei uns seit über 30 Jahren nicht.“ Nach offiziellen Angaben der Verwaltungsbehörde auf Samos sind die Reisebuchungen um 40 Prozent zurückgegangen. Fragt man die Hoteleigentümer, Restaurantbetreiber und Tavernenwirte, scheint der Rückgang mehr als 50 Prozent zu betragen. Und vom Tourismus seien laut offiziellen Angaben direkt und indirekt rund 80 Prozent der Einwohner von Samos abhängig erklärt der stellvertretende Gouverneur der Nordägäischen Inselgruppe, Nikolaos Katrakazos. Er zeigt sich besorgt angesichts der Lage. „Diesen Sommer können die Inselbewohner noch überbrücken, aber für den Winter wird es schwer werden, wenn die Einnahmen der Sommersaison ausbleiben.“

„Kommt bitte jetzt!“, ergänzt Georgios von der Taverna Vouros den Ausruf seiner Mutter. „Wir laden euch ein, am Strand frischen Fisch zu genießen, die grüne Bergwelt zu erwandern, zu segeln wie Odysseus, der Musik oder den Zikaden zu lauschen und im Schatten von Platanen und Olivenbäumen zu lesen und zu philosophieren.“ Als „natürliche Schönheit“ könnte man die griechische Insel Samos bezeichnen. Das Licht und die Farben, das bergige Zentralmassiv, die unzähligen Buchten und das kristallklare grünblaue Meer; alles strahlt Ruhe, Frieden und Kraft aus. Die Menschen auf Samos freuen sich auf jeden Besucher und empfangen alle mit offenen Armen und offenem Herzen. Und nicht zuletzt ist es das, was im Urlaub wie im Leben zählt.

1.7.2016

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F.O.S. Friends of Samos wurde im Juni 2016 von einer Interessengemeinschaft aus Bürgern und Freunden der Insel gegründet, um die Schönheit und Besonderheit dieser Insel wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. „Kommt nach Samos, wir freuen uns auf euch!“, lautet die Botschaft, die sie weitergeben wollen.

 

Für 

 

F.O.S. Friends of Samos
Kontakt: Dimitri Kasmirlis
15, Themistokli Sofouli Street 
83100 Samos , Greece